Kapitel II. Goniometrie. 243 rationalen Exponenten ist vor allen Dingen die Bedeutung einer solchen Potenz mit komplexer Basis festzustellen. Die Definition hat ähnlich wie bei der Definition für reelle Basis auf Grund der Stetig- keit zu erfolgen. Der Hauptwert von (cos x + i sin x) wird durch die Forderung definiert, daß diese Funktion von p stetig ist.¹) Dem- x nach muß der Quotient (cos + i sin x) der 1 beliebig nahe kommen, (cos xi sin x)' wenn p' ein beliebig naher rationaler Näherungswert von p ist. Angenommen, es wäre jetzt (cosx+i sinx) = (cos px + i sin px)4, so müßte also (cosx +isin . (cos x + i sin x)p = (cos x + i sin x) (cos x + i sin x)-p' (cos (p − p)x + i sin (p − p′)x) ≤ - der 1 beliebig nahe kommen, indem man für p' einen beliebig nahen rationalen Näherungswert von p setzt, was bei ▲ +1 offenbar unmög- lich ist; denn dann wird sin (p-p')x = 0, cos (p − p)x = 1, also: (cos(p-p)x + i sin (p −p')x)▲ - A. - Ausdehnung des binomischen Satzes auf komplexe Basis.²) Setzen wir: (1 − (?) tg² x + (?) tg¹ x ..) cos³ x = (1) ((2) tg х - (?) tg³ x + ... ..) COS X = S Spi (2) so haben wir oben (S. 241) die Richtigkeit der beiden Gleichungen: cos px sin px = = Cpr Sp p |x| Π für positive ganze Zahlen p bewiesen. Die Gültigkeit dieser Formeln soll nunmehr für beliebige reelle p und < bewiesen werden. Die beiden Reihen sind offenbar konvergent für: Cp und Sp 1 tg x <1, da dann die Summe der absoluten Werte der Glieder beider Reihen (1+tg x) gibt. 1) Gewöhnlich definiert man: f(x) ist stetig, wenn xx so gewählt wer- den kann, daß f(x) − f(x´) beliebig 0 wird. In vielen Fällen, wie auch oben, ist nicht diese additive, sondern die multiplikative Definition vorzuziehen: f(x) ist stetig, wenn xx so gewählt werden kann, daß beliebig 1 wird. 2) Diese Ausdehnung vollzog zuerst Cauchy, Anal. alg., p. 296. f(x) f(x') 16**