242 Sechster Teil. Analytische Approximationen. Der Moivresche Satz.¹) Es folgt aus dem Additionstheorem: r (cos x₁ + i sin x₁) (cos x₂ + i sin x)……. (cos x + i sin x„) (cos x₁ + i sin x) (cos x + i sin x) = (cos x cos x - sin x₁ sin x) +i(cosxsing + sin 2, cos ạ) Ꮨ = cos(x1+x2) + i sin (x₁ + x) also allgemeiner: ... 2 +xn). (1) Daraus folgt für x₁ X2 = = X (2) n = cos(x₁ + x2 + ··· + x)+ i sin (x₁ + x₂··· + x₂) (cos x + i sin x)" = cos nx + i sin nx. Das ist die Moivresche Formel); sie ist zunächst nur für ganzes positives n bewiesen. Durch Vergleichung des imaginären und reellen Teiles in den Formeln (1) und (2) ergeben sich die oben aus der- selben Quelle, dem Additionstheorem, gefundenen Summations- und Multiplikationsformeln. Nun wird nach dem Moivreschen Satz: COS n 3 (m x + 2k x ) + i sin (m x + 2k x)]" = also ist: m (cos x + i sin x)" n cosmx+isinmx = (cosx+i sinx)", mx + 2kя = COS mx + 2k л + i sin n - n für jeden ganzzahligen Wert von k, so daß man für k = 0, 1, 2,..., n − 1 genau n Werte dieser nten Wurzel bekommt, also sind dies alle. Da man jede komplexe Zahl a + ib vermittels ar cos q, br sin q, Va²+ b², in die Form r (cos + i sin q) bringen kann, so wird dadurch die Ausziehung der nten Wurzel aus einer komplexen Zahl durch die aus einer reellen und die n-Teilung eines Winkels vermittelt. Nunmehr ist die Richtigkeit der Formel: (cosx + isin x) = = cospxi sin px für negative und irrationale Werte des Exponenten p zu beweisen. Es ist: und (cos + i sin x)º (cos x + i sin x)-” = 1 ང (cos px + i sin px) (cos (— px) + i sin (— px)) = (cos² px + sin²px): so daß die zu beweisende Formel für jeden negativen Exponenten gilt, wenn sie für den entsprechenden positiven richtig ist. Bei ir- 1) Über dessen Entdeckungsgeschichte vgl. v. Braunmühl, Bibliotheca mathematica 2 (1901), p. 97. 2) Phil. Trans. 309 (1707), p. 2368; Miscellanea analytica 1730.