222 Sechster Teil. Analytische Approximationen. ist, die gesuchte Wurzel: 22 V q ± ir 8 ± √ s² - 4p = 2 Demnach ist die Ausziehung einer Wurzel aus einer komplexen Zahl zu bewerkstelligen durch Auflösung einer (Moivreschen) Gleichung mit nur reellen Wurzeln. Daß auch umgekehrt die Auflösung einer durch Wurzeln, aber nicht Quadratwurzeln auflösbaren Gleichung mit nur reellen Wurzeln stets Wurzelausziehungen aus komplexen Zahlen er- fordert, hat Hölder ¹) bewiesen. Dadurch erhält die Benennung „,casus irreducibilis" bei kubischen Gleichungen mit drei verschiedenen reellen Wurzeln erst ihre Berechtigung. Wurzelgrenzen nach Laguerre.) Es tritt vielfach die Frage auf, aus den Koeffizienten einer ge- gebenen Gleichung, ohne die Gleichung aufzulösen, Grenzen für die Wurzeln der Gleichung herzuleiten. Von den zahlreichen Sätzen, die hierfür gegeben sind, interessiert uns an dieser Stelle nur ein Satz von Laguerre, der sich allerdings nur auf Gleichungen mit lauter reellen Wurzeln bezieht. Dieser bemerkenswerte Satz wird uns später Approximationen für die Bogenteilung ergeben. Er ist verhältnis- mäßig wenig bekannt, was wohl daran liegt, daß die Laguerresche Herleitung nicht mit einfachen Mitteln erfolgt und nicht sehr durch- sichtig ist. Schon Hermite hat eine etwas, aber nicht viel ein- fachere Herleitung angegeben 3) Wir geben im folgenden eine ganz elementare. Es seien a, ẞ, y...n reelle Größen, die den Gleichungen ge- nügen: dann ist identisch: α + B + x + a² + B² + y² + 0, - S21 (n − 1) s₂ = n a² + (B − y)², (n-1) woraus folgt, daß der absolut größte Wert, den « annehmen kann, n 1 S2 n ist. Zweitens mögen die n reellen Zahlen den beiden Gleichungen genügen: p. 304 1) Math. Ann. 38 (1891), p. 307. 2) Nouv. ann. d. math. (2) 19 (1880), p. 161; Compt. rend. 90 (Paris 1880), Oeuvres I (Paris 1898), p. 87, 104. - 3) Oeuvres de Laguerre I, p. 461.