190 Fünfter Teil. Numerische Approximationen. In dieser Formel ist, wie Snellius nicht streng beweist, das Zeichen durch das Zeichen zu ersetzen. Man kann diese beiden Formeln von Nikolaus von Cusa und Snellius in den einen Ausspruch zusammenfassen: der Bogen ist nahezu gleich dem arithmetischen oder auch dem harmonischen Mittel zwischen sin x und tg x, mit dem Gewichtsverhältnis 2:1 (s. S. 81) und zwar etwas kleiner als das harmonische, etwas größer als das arithmetische Mittel. - Wendet man die Formeln auf die Berechnung von л an, so findet man schon für n 6, woraus Archimedes nur die Grenzen 3 und 3,464 erhalten hätte, die viel engeren Grenzen: 3,14022 und 3,14160, die noch enger sind als die von Archimedes aus den 96-Ecken her- geleiteten. Die 96-Ecke liefern Snellius aber die Grenzen 3,1415926272... und 3,1415928320..., und 34 Stellen erhält Snellius mit den 230-Ecken, während Ludolf daraus nur 14 erhalten hätte. Grienberger ¹) berechnete nach der Snelliusschen Formel 39 Stellen. Überhaupt liefert die Archimedische Begrenzung sin x < x < tg x etwa [2log n - 1,19] richtige Dezimal- stellen, die Snelliussche etwa [4log n -0,276], also etwa doppelt so viel, so daß die n-Ecke bei Snellius ein ebenso genaues Resultat geben wie die n²-Ecke bei Archimedes. Benutzt man nämlich die später abzuleitenden Reihen: sin x = X - x3 + 6 X5 120 COS X = 1 X4 + 24 so findet man den Fehler der Formel: π π = N sin n für großen etwa gleich π 6n also stimmen und n sin auf etwa π n πο - log Stellen überein, d. h. auf etwa 2log n - log 6n2 findet man für die Formel: 3 6 log; ebenso π 3 sin η π . π 2+ cos n 5 den Fehler π 180 n¹ also etwa 4log n πο log 180 richtige Stellen usw. Snellius nimmt auch den wahren Trisektionspunkt als Rekti- fikationspunkt, d. h. er nimmt in der Gleichung: statt d - - Ꮖ sin x 1 + Ꮄ . cos x+8 2, wie Nikolaus von Cusa, d = 2 cos 1) Elementa Trigonometriae, Rom 1630. X