Kapitel I. Goniometrische und zyklometrische Approximationen. 183 mäus umgehen mußte: nämlich die wirkliche numerische Auflösung der Dreiteilungsgleichung: sin x 4 3 1 sin³ x + sin 3x 3 = für x 1º. Sein Verfahren ist genau das, was wir heute als das Newtonsche bezeichnen ¹): ist u ein Näherungswert für die Wurzel der Gleichung f(u) = 0, u + ɛ der wahre Wert, so ergibt sich für die Korrektur & ein Näherungswert aus der Gleichung f(u +ɛ) = 0, die linear in & wird, indem man höhere Potenzen von & vernachlässigt. Ulug Beg fand 1 crd 1º = Das gibt = 3,14157 ... л 2 49 43 11 + + + + 60 609 608 604 605 Um eine Sinustafel bis auf Minuten und Sekunden herzustellen, konnte man zu den Dreiteilungen noch die Fünfteilungen hinzunehmen. Das empfiehlt Fr. Vieta), und führten J. Bürgi (1552–1632)³) und Pitiscus (1561) 4) wirklich aus; Bürgi und Vieta kannten die all- gemeinen Winkelteilungsgleichungen und das Ulug Begsche Nähe- rungsverfahren. Vieta berechnete sin 1' auf zehn Stellen richtig durch eine bisher nicht aufgeklärte Interpolation zwischen sin und 225' 450' 256 sin deren Werte er durch Archimedische Halbierungen findet. 256' Rhäticus (1542-1576) 5) wiederum vermeidet die Dreiteilung, wendet vielmehr in ausgedehntestem Maße die Archimedischen Halbie- rungen an. Er berechnet den Sinus für die Winkel 90° 2* (k = 1, 2, 3, 9 43), daraus nach dem Additionstheorem z. B. den von α= 90° (25 28 211 = 213 29"59"331 37V58V18VII30VIII der sich sehr genau zum sin 30" wie a: 30″ verhält, woraus sich erst sin 30", dann sin l' ergibt usw. Ähnlich bestimmt er sin 5″ und daraus die Werte des Sinus von 10 zu 10″. Die Werke des Rhäticus und Pitiscus sind als Abschluß dieser numerischen Entwicklung der Goniometrie anzusehen. Man konnte 1) Dasselbe wandten zur Ausziehung der Quadratwurzeln schon die Inder an: 1. c. (S. 181 )), Kap. I, 6. 2) Opera ed. Schooten Lugd. 1646. 3) S. R. Wolf, Astron. Mitt. No. XXXI. 4) Trigonometriae libri quinque (Ed. 2) 1608. 5) Opus Palatinum L. V. Otho 1596.