176 Fünfter Teil. Numerische Approximationen. das Zwölfeck ist überflüssig; ebenso gut konnte Ahmes nach Zeich- nung eines nahezu flächengleichen Quadrates, das vielleicht empirisch gefunden war (s. o.), AB selbst (nicht erst CD) auf dem Durch- messer abtragen. In dem ältesten mathematischen Buch der Chinesen, dem ,,heiligen. Rechenbuch" Tcheou-pei-swan-king, dessen erster Teil etwa 1100 v. Chr., dessen zweiter zwischen 213 vor und 300 nach Chr. abgefaßt ist, findet sich, und zwar in diesem zweiten Teil, ein viel schlechterer Näherungswert für (und zwar als Umfangszahl), nämlich = 3, den auch die Babylonier¹) und die Juden 2) haben. Man muß annehmen, daß dies ein bewußter Näherungswert war, denn der Sechsecksumfang hätte bereits > 3 erkennen lassen; und daß der Sechsecksumfang gleich dem dreifachen Durchmesser ist, war z. B. den Babyloniern höchst wahrscheinlich bekannt.³) 2 An Genauigkeit zwischen dem ägyptischen und dem babylonischen Näherungswert stehen die indischen des Baudhayana.¹) Von diesem wird zur Zirkulatur des Quadrats der Durchmesser des ihm flächen- gleichen Kreises als ein Mittel zwischen Seite und Diagonale ge- nommen und zwar gleich der Seite vermehrt um der Diagonale; weil augenscheinlich der einbeschriebene Kreis von dem Quadrat weniger verschieden ist als der umbeschriebene. Hier liegt also das erste Beispiel einer Approximierung durch Mittelbildung vor. Annahme entspricht dem Werte = 2 3 3 V/2 3 + √2 = 1,138 ... statt 1,128... Die π oder dem Werte Π - 18 (3-2√2) = 3,0883. ... Für die umgekehrte Aufgabe nimmt er 9785 11136 Durchmesser als Seite des flächengleichen Quadrates. Das entspricht = 0,878682... vom also π 105 0,878668... 136 105 π = 34 3,0882..., 1) Oppert, Journal asiatique, 1872 VIII, 1874 X. 2) Buch 1 der Könige, Kap. 7 Vers 23; Buch 2 der Chronik, Kap. 4 Vers 2. Das gibt Spinoza Veranlassung, die Unwissenheit der jüdischen Sachverständigen zu verspotten. Siehe J. J. Schmidt, Biblischer Mathematicus, Züllichau 1736. Zuckermann, Das Mathematische im Talmud, Breslau 1878. 3) S. M. Simon 1. c., p. 113. 4) The Sulvasutras (d. i. Lehre von der Meßschnur) by G. Thibaut, Asiatic Society of Bengal 1875, art. 26 ff.