114 Vierter Teil. Höhere algebraische und transzendente Konstruktionen. 2 gebaut ist; - ist eine Funktion von 2 und , ferner eine Funktion von zwei Argumenten, x + (fcos +g sin q) ist die Summe von zwei Argumenten, deren eines x ist, ebenso ist das andere f cos q+g sin op eine Summe von zwei Argumenten; ferner sind f cos q, g sin o Produkte von zwei Argumenten und f, g Funktionen von zwei Argumenten p, q. Auf diese Beschränktheit der durch ,,Nomogramme" 1) lösbaren Gleichungen hat Hilbert 2) hingewiesen und daran die interessante Frage geknüpft, ob eine allgemeine Glei- chung siebenten Grades (für den fünften und sechsten ist es leicht einzusehen) durch eine Kette stetiger Funktionen von nur zwei Argu- menten lösbar sei. Hilbert hat gefunden, daß es überhaupt analytische Funktionen gibt, die nicht durch endlich-malige Verkettung von Funk- tionen von nur zwei Argumenten erhalten werden können. Kapitel III. Imaginäre Elemente. Realitätskriterien. Anzahlgeometrie. Imaginäre Elemente.³) Imaginäre Punktpaare haben wir bereits früher (S. 5 u. 44) ein- geführt als gemeinsame harmonische zu zwei sich trennenden Punkt- paaren.*) Bezeichnen wir das gemeinsame harmonische Paar der beiden Paare AA', BB' mit XX', so wollen wir diese beiden Punkte in der Weise durch die Bezeichnung trennen, daß wir: X = A B Α' Β' X'-(34) BA B'A' setzen, also jeden der beiden Punkte einer Reihenfolge der gegebenen Paare zuordnen. Die entsprechende Festsetzung soll für imaginäre Geradenpaare getroffen werden. Dann sind die Aufgaben zu lösen: 1. einen reellen und einen imaginären Punkt zu verbinden; 2. zwei imaginäre Punkte zu verbinden; 3. den Schnittpunkt einer reellen und einer imaginären Geraden; 4. den Schnittpunkt von zwei imaginären Geraden zu konstruieren. 1) Von Schilling eingeführt. 2) Mathematische Probleme. Gött. Nachr. 1900, Heft III. 3) Vgl. hierzu: August, Untersuchungen über das Imaginäre in der Geo- metrie. Programm Berlin 1872. 4) Diese Definition eines imaginären Paares durch irgend zwei zu ihm har- monische ist für die Konstruktionen geeigneter als die v. Staudtsche (Beiträge zur Geometrie der Lage, Nürnberg 1856, § 7, p. 76), bei der die Paare noch unter sich harmonisch sind, und auch geeigneter, als die von Lüroth (Math. Ann. 11, 1877, p. 84; 13, 1878, p. 305) und F. Klein (Gött. Nachr. 1872, p. 273 = Math. Ann. 22, 1883, p. 242) als äquianharmonisches (s. S. 3) Paar zu drei reellen Punkten (bzw. Graden). Vgl. hierzu Vahlen, Abstrakte Geometrie (Leipzig 1905), p. 164.