Kapitel II. Transzendente Konstruktionen. 113 Auch hier ist wieder die Frage nach dem Konstruktionsbereich aufzuwerfen. Ist auf der festen Tafel das doppelte System von Kurven x = f(p,q), y = g(p, q) ¹), · auf der beweglichen Tafel das einfache System (§, n) = λ verzeichnet, und bringt man die Tafeln so zur Deckung, daß der An- fangspunkt der zweiten in den Punkt x。。 der ersten fällt und die -Achse gegen die x-Achse noch um den Winkel gedreht ist, so besteht zwischen den Werten p, q eines Punktes in der festen Tafel und dem Werte des ihn deckenden Punktes der beweglichen die Gleichung: 2 = (-x+f(p,q) cos q+gp, q) sin q, -yo-f(p,q) sin q+g(p,q) cos q). Demnach können Beziehungen zwischen sechs Variablen λx。。pq durch dieses Hilfsmittel dargestellt werden, aber nur solche, welche sich auf diese spezielle Form bringen lassen. Die verschiedenen Auf- gaben, die dann eintreten können, sind die folgenden: 1. Xo, Yo, P, Q, 9 sind gegeben, & gesucht. Man lege die Tafel mit ihrem Nullpunkt auf den Punkt x,y, der festen, gebe ihr die Drehung und lese den Parameter 2 der durch den Punkt (p, q) gehenden Kurve ab. 4) 2. λ, xo, Yo, P, q gegeben, o gesucht. Man lege den Nullpunkt wieder auf xoo, drehe so lange, bis die Kurve (§, n) = 2 durch den (p, q)-Punkt geht; und lese den Drehwinkel ab. ф 3. Yo (bzw. xo) gesucht. Man lege den Nullpunkt auf die im Abstande zur Y-Achse gezogene Parallele, drehe um q, verschiebe in vertikaler Richtung, bis die Kurve (§, n) λ durch den Punkt (p, q) geht; dann lese man yo ab. = 4. p (oder q) gesucht. Man lege den Nullpunkt auf (x, y), drehe um, suche den Schnittpunkt der Kurve O(§, ŋ) = λ mit der Kurve = f(p,q), y = g(p,q), die dem gegebenen q entspricht; das zugehörige p liest man ab. Die Gleichung zwischen 2, xo, Yo, P, I, ist namentlich in der Weise speziell, daß sie aus Funktionen von je zwei Argumenten auf- 1) D. h. also jedem Punkte werden außer den zwei rechtwinkligen Carte- sischen Koordinaten x, y zwei „krummlinige" Koordinaten p, q beigelegt. Diese Auffassung und Bezeichnung stammt von G. Lamé, der sie in seinen ,,Coordonnées curvilignes" (Paris 1859) einführte. Vahlen: Konstruktionen u. Approximationen. 8