116 B. Besonderes Kraftmaßzahlen K und der Massenmaßzahlen m gibt, erfordert eine weite.e willkürliche Festsetzung über die Einheit entweder der Kraft oder der Masse. Aus meßtechnischen Gründen, die hier nicht erörtert zu werden brauchen, hat man sich für die willkür- liche Festlegung der Masseeinheit entschieden, indem man hier- für einen ccm reinen Wassers von 4º C, das Gramm, gewählt hat. Grundsätzlich ist aber die Kraft als das primär Gegebene, die Masse als das Abgeleitete anzusehen. ds Die obige Gleichung enthält insofern eine Erfahrungstatsache, als sie allgemein zum Ausdruck bringt, daß sie für jede Ge- schwindigkeit gültig sein soll. Dies ist nach neueren Theorien nicht der Fall, welche die Maßzahl m als Funktion der Geschwin- ds dt dt - - digkeit auffassen. Hiermit wird also die träge Masse eines Körpers aus einer wie man früher annahm absoluten Kon- stanten zu einer nur für nicht zu große Geschwindigkeiten nähe- rungsweise Konstanten, also zu einer Variabeln, und es sollen nur die im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit sehr geringen Ge- schwindigkeiten, die bei Körperbewegungen praktisch vorkom- men, die Veranlassung dafür abgeben, daß die Funktion m=† (a) näherungsweise und in praktisch sehr weitgehendem Maße als eine Konstante erscheint. Die schwere Masse, welche an die Gravitation anknüpft, ist möglicherweise ebenfalls eine Funktion der Geschwindigkeit oder anderer Parameter, wie z. B. der Temperatur. Es ist Sache der Erfahrung, hierüber zu entscheiden, wie über jeden Inhalt eines Naturgesetzes. Auch ist es Sache der Erfahrungswissenschaft, zu ergründen, ob die wägbare Materie für sich selbst besteht oder nur ein Zustand, etwa in einem Äther, ist. Theoretisch ist die Masse häufig als,,Menge der in einem Kör- per enthaltenen Materie gekennzeichnet worden". Durch diese 1 Mach spricht (populär-wissenschaftl. Vorlesungen 3. Aufl., Leipzig 1903, S. 232) sehr treffend als von einem,,dunklen Klumpen", den wir unwill- kürlich zum Begriff Masse hinzudenken.