114 B. Besonderes näherungsweise verbürgt, braucht an dieser Stelle nicht noch- mals ausgeführt zu werden (vgl. § 13 und § 14 S. 56ff.). Aber damit ist die Idealisierung nicht abgeschlossen. Die Skala der Gewichte, die eine Skala von Drucken und Muskelempfin- dungen schafft, hängt erfahrungsgemäß mit einer Klasse von Er- scheinungen zusammen, die wie keine andere zur Erzeugung einer genauen und sicheren Objektivierung und Messung des Tatbe- standes geeignet erscheinen: mit Bewegungen. Jedes drückende Gewichtsstück, jede gespannte Gummischnur oder Feder, jedes magnetisch angezogene Eisenstück setzt sich in Bewegung, so- bald wir dem Drucke nachgeben. Andererseits drückt ein jeder in Bewegung befindliche Körper, sobald wir die Bewegung hem- men. Es ist also nicht weit hergeholt, wenn man versucht, die Kraft durch die Bewegung zu messen. Nun liegt aber die Sache hier nicht so einfach, daß etwa dem größeren Druck immer eine größere Geschwindigkeit ent- spräche. Zwar wird ein und dieselbe Stahlfeder, je stärker ich sie zusammengedrückt habe, eine um so schnellere Bewegung beim Loslassen ausführen. Aber verschiedene Stahlfedern, die nahezu gleiche Drucke ausüben, vermögen sehr verschieden schnelle Be- wegungen zu vollziehen, und verschieden große Gewichtsstücke fallen ungefähr mit gleicher Geschwindigkeit zur Erde. Die Be- wegung allein vermag also nicht die Kraft zu kennzeichnen und zu messen, auch der Träger der Bewegung spielt eine Rolle. Will man die Größe einer Kraft mit der Stärke einer Bewegung in Be- ziehung setzen, so muß also Bewegung und Bewegtes zugleich be- rücksichtigt werden. Hieraus ist ersichtlich, daß der Begriff der Kraft, sobald er mit einem Bewegungsvorgang zum Zweck der Messung der Kraft in Beziehung tritt, mit der Theorie der Be- aufs engste wegung verbunden ist. Historisch hat sich besonders die der Beobachtung am leichtesten zugängliche Klasse von Er- scheinungen, die mechanischen, als förderlich für diese Ent- wicklung des Kraftmaßes erwiesen, wie in folgendem § 22 näher ausgeführt wird.