106 B. Besonderes nung insoweit zuzulassen, als eine mathematische Gleichung, welche physikalische Größen enthält,,,hinsichtlich der Dimen- sionen stimmen muß"; wenn eine solche Gleichung z. B. Sum- manden enthält, die nicht die gleiche Dimension haben, so stimmt etwas nicht und man wird angeregt, einen Fehler zu su- chen. Diese Bedeutung der Dimensionen hat Fourier in seiner Theorie der Wärme (Sektion 9, Kapitel 2) erkannt. Runge¹ hat des näheren gezeigt, daß Dimensionsbetrachtungen oft auch dazu zu verwenden sind, um die mathematische Form der Ab- hängigkeit unter physikalischen Größen zu finden. Ferner hat Runge ausgeführt, daß die Wahl der Dimension einer physika- lischen Größe willkürlich ist und durch Zweckmäßigkeitsgründe, ebenso wie die Wahl der Maßeinheiten, bestimmt wird. Obwohl das absolute Maßsystem und die Dimensionsformeln auf me- chanisches Maß zurückgehen, liegt die hauptsächlichste Be- deutung dieser Konstruktionen auf elektrischem und magneti- schem Gebiet; die Begründung dieser Erscheinungen in,,absolu- tem Maß" durch Gauß und Weber ist ein charakteristischer, scharfsinniger Fortschritt der exakten Wissenschaft. So sicher die elektromagnetischen Größen im mechanischen absoluten Maß- system verankert sind, so wenig läßt sich dies bisher von man- chen Größen der Wärmelehre sagen. Kirchhoff' hat zu den mechanischen Grundeinheiten der Länge, Zeit und Masse zwei weitere Grundeinheiten einführen zu sollen gemeint:,,Einheiten für zwei der drei Größen: Temperaturänderung, Wärmemenge, spezifische Wärme. Die Einheit für die dritte von diesen drei Größen ist dann bestimmt durch die Gleichung dQ = mcd;" zum Äther (von manchen noch etwas anderes) verstanden wird, so erscheint es verständlich, daß nicht nur in der Philosophie, sondern auch in der Physik das,,Absolute" nachgerade zu einer Quelle von Verwechslungen und Irrtümern geworden ist. 1 C. Runge, Phys. Zeitschr. 17, S. 202, 1916. Vgl. auch F. Kohlrausch, Lehrbuch der praktischen Physik, 12. Aufl., Teubner, Leipzig 1914, S. 672. 2 G. Kirchhoff, Vorlesungen über die Theorie der Wärme, Teubner, Leipzig 1894, S. 12.