Zeit 83 die jeweiligen Enden des Maßstabes bei lückenlosem Anlegen liegen), so bringen wir uns Maßzahlen t auf der Zeitachse so an, daß eine mathematische Beschreibung der Naturerscheinungen auf eine möglichst einfache Weise durch die Festsetzung erfolgt: die Anzahl der Erdrotationen (Tage) soll den zeitlichen Ort und Abstand der Zeitziffern auf der Zeitachse bestimmen. In beiden Fällen wird also ein Vorgang in der Natur (Entlangführen des Meterstabes resp. Bewegung des Erdkörpers) zur Definition der Maßeinheit und ihrer Anwendung zugrunde gelegt. Ohne die Zugrundelegung eines wirklichen Naturvorganges ist ein Messen im Raume und in der Zeit der Natur nicht möglich; ohne die Festsetzung eines idealen Vorganges oder einer idealen Meß- vorschrift ist keine Definition der Maßeinheiten im idealen Raume und in der idealen Zeit denkbar. Ebenso wie es frei steht, die Maßzahlen x, y, z der Raumkoordinaten durch eine beliebige Transformation x = ❤(§), y = X(N), ≈ = y(S) durch andere Maß- zahlen §, 7, 5 zu ersetzen (vgl. S. 69), so können die Maßzahlen t der Zeit durch eine Transformation t = f(t') durch Maßzahlen ť ersetzt werden, und es ist also auch im ideellen Raume der Geo- metrie und in der ideellen Zeit der Phoronomie alles Messen relativ. Nun lehrt jedoch die Erfahrung, daß im wirklichen, physikali- schen Raume die absoluten räumlichen Abmessungen der Er- scheinungen von Einfluß sind auf den Ablauf derselben in der Natur (§ 3 und § 13); ebenso lehrt auch die Erfahrung, daß in der wirklichen Zeit die absoluten, zeitlichen Abmessungen der Er- scheinungen von Einfluß sind auf den Ablauf der Natur: wenn ich z. B. ein Streichholz auf einer Reibfläche reibe, so entzündet es sich, wenn ich aber denselben Vorgang zeitlich verlangsamt ausführe, also das Streichholz auf der Reibfläche sonst genau ebenso, nur langsamer entlang führe, so erreiche ich keine Ent- zündung. Wie unsere Natur, ohne sich völlig zu ändern, keine geometrische, räumliche Vergrößerung oder Verkleinerung ver- trägt, so verträgt sie auch keine zeitliche Streckung. Das zeit- liche Geschehen in der Natur erscheint mithin, wie das räumliche, als ein absolutes, und so wenig die Freiheit der Wahl der Längen-