54 A. Allgemeines schen den Maßzahlen bemerkt, die (im Falle reibungsloser Schwingungen) lautet: {mv² + p· h。 = {mv² + p· h. ho Hier bedeutet m die Maßzahl der Masse des Pendels, vo die der Ge- schwindigkeit zur Zeit o, p die des Gewichts des Pendels, ho die Maßzahl der Steighöhe zur Zeit o, v und h die den Größen v。 und ho entsprechenden Größen zu einer beliebigen Zeit t. Wenn wir also eine neue Maßzahl E durch die Gleichung definieren: E = {mv² + p.h, wo sich v und h auf irgendeinen beliebigen Zeitmoment beziehen, so hat E die bemerkenswerte Eigenschaft, einen bestimmten, von der Zeit unabhängigen Wert zu haben, der für das betreffende Pendel in dem betreffenden Schwerefeld charakteristisch ist. Es liegt daher nicht fern, die neue Maßzahl E als die einer neuen physikalischen Größe zu kennzeichnen: so entsteht das, was man ,,Energie des Pendels" nennt. Der neue Begriff,,Energie" ist hier also durch die Neigung unseres Verstandes erzeugt, sich an etwas Konstantes anzulehnen und etwas möglichst Einfaches, mit möglichst einfachen Eigenschaften, aus dem Chaos des Kom- plizierten herauszuheben. Das Motiv der Begriffsbildung ist hier einerseits subjektiv, durch unseren Verstand gegeben; dem gebildeten Begriff,,Energie" liegt aber andererseits insofern etwas Objektives zugrunde, als der Naturvorgang der Pendel- schwingung tatsächlich so erfolgt, daß sich eine Größe E angeben läßt, die konstant bleibt. Dies ist durchaus nicht selbstverständ- lich; es könnte doch auch sein, daß der Naturvorgang so ver- läuft, daß sich keine Konstante aus den Parametern des Vor- ganges finden läßt. Das angeführte Beispiel ist typisch: viele physikalische Be- griffe sind nur entstanden durch unsere Neigung, möglichst ein- fache Elemente der Beschreibung zu finden, welche einen wahr- genommenen, physikalischen Vorgang darstellen, d. h. zur sprach- lichen und gedanklichen Wiedergabe zu bringen gestatten. Wenn ich mir z. B. den Begriff der elektrischen Ladung bilde, so kann dies etwa so geschehen, daß ich den Fall zweier durch Reibung