Kausale Verknüpfungsmöglichkeiten 49 und, wenn die Entfernung von A und B mit r bezeichnet wird: r = dr. 2. Der Zustand b hängt vom Zustand a auch dann ab, falls b dem a zwar zeitlich, aber nicht räumlich benachbart ist (also T= +dt, aber r von endlicher Größe). 3. Der Zustand b hängt vom Zustand a auch dann ab, falls b dem a weder zeitlich noch räumlich benachbart ist (also v sowie r von endlicher Größe). Die Verknüpfungsmöglichkeit 3. ist noch keineswegs die all- gemeinste, die denkbar ist. Z. B. ließe sich auch negativ an- setzen, aber dann würde ein Ereignis b von einem zeitlich spä- teren Ereignis a abhängig sein; an die Zweckmäßigkeit dieses Ansatzes glaubt wohl nur der Spiritist oder Hellseher. Beginnen wir mit dem speziellsten Falle 1. Diesen kann man kurz den der zeitlichen und räumlichen Differentialver- knüpfung nennen. Er schließt jede räumliche Fernwirkung aus, und ist in der Physik erst durch Faraday konsequent durch- geführt worden. Faraday ist daher derjenige, der die Kausal- verknüpfung von Naturereignissen in ihre engste, speziellste Form brachte. Dadurch kam er zu seinen großen Entdeckungen und wurde zum Begründer der modernen Elektrodynamik; er ist ein klassisches Beispiel dafür, wie eine naturphilosophische Überzeugung zu praktisch verwertbaren Ergebnissen geführt hat. Der Fall 2 kann als zeitliche Differentialverknüpfung bezeich- net werden. Er läßt räumliche Fernwirkungen zu und bezeichnet die Auffassung des Kausalitätsgedankens in der Physik vor Fa- raday, als die Naturforscher die ganze physikalische Natur aus einem System von,,Zentralkräften" aufzubauen suchten. Dies war z. B. auch noch der Standpunkt in Helmholtz' Abhand- lung,,Über die Erhaltung der Kraft"; in der Einleitung S. 6 heißt es: Es bestimmt sich die Aufgabe der physikalischen Naturwissenschaften dahin, die Naturerscheinungen zurückzu- führen auf unveränderliche, anziehende und abstoßende Kräfte, deren Intensität von der Entfernung abhängt. Die Lösbarkeit ""