12 A. Allgemeines ragt; ein zweiter, dem ersten geometrisch ähnlicher Balken, der etwa die zehnfache Länge, zehnfache Breite und zehnfache Tiefe besitzt und ebenso fest eingemauert ist, wird unter Umständen sofort durchbrechen, während der erstere kleinere Balken sich selbst bequem trägt. Dieses und ähnliche Beispiele zeigen, daß die Festigkeit der Naturkörper nicht erhalten bleibt, wenn man die räumlichen Dimensionen geometrisch ähnlich vergrößert. Man kann dies auch so ausdrücken: die Festigkeit hängt von der absoluten Größe der Körper ab. Ebenso wie mit der Festigkeit und der Elastizität der Körper steht es auch mit anderen Eigenschaften. Auch die Gravitation H BB H nimmt z. B. Bezug auf die absoluten Ab- messungen der räumlichen Dimensionen: Zwei einander gleiche Holzkugeln H, deren Zwischenraum gleich dem Radius jeder Ku- gel sein möge, ziehen sich mit geringerer Gravitationskraft an als zwei den Holz- Fig. 1 kugeln gleich schwere Bleikugeln B, deren Zwischenraum ebenfalls gleich dem Radius sein möge. Zu den angeführten Beispielen könnten unzählige andere aus den verschiedensten Gebieten der Physik hinzugefügt werden; wir finden eine Abhängigkeit der Erscheinungen der Gravi- tation, Elastizität, Elektrizität, des Magnetismus usw. von der Größe der räumlichen Abmessungen. Man kann diese Tatsache auch so ausdrücken: das Naturgeschehen ist ein räumlich ab- solutes, das keine Verkleinerung oder Vergrößerung der räum- lichen Abmessungen verträgt, ohne die Gesamtheit, den Ablauf der Erscheinungen zu ändern; eine Natur, in der alle Körper unserer Natur enthalten wären, nur mit dem Unterschiede, daß alle räumlichen Abmessungen geometrisch ähnlich verändert wären, würde einen völlig anderen Ablauf haben als unsere Natur.¹ ¹ Es wird oft erörtert, daß wir von einer Verzerrung der gesamten Welt, in der sich z. B. alle Körperdimensionen auf das n-fache vergrößern, nichts mer- ken würden. Hierzu ist zu bemerken, daß wir, wie oben erläutert, durchaus etwas merken würden, wenn lediglich alle Körperdimensionen auf das