296 V. Metrische Geometrie. a b e e a e b' e' also b = b' sein. 124. Diese Überlegungen sind fast unmittelbar auf den Nicht- Euklidischen Fall zu übertragen, in welchem keine uneigentlichen Punkte existieren, indem man als Inhaltsmaß eines Dreiecks den stets positiven Exzeß der Winkelsumme über 2 Rechte, als Inhaltsmaß eines Polygons die Summe der Inhaltsmaße der es bildenden Dreiecke ein- führt. Denn auch hier existiert eine Transformation eines Polygons in ein inhaltgleiches rechtwinkliges Dreieck gegebener Kathete (vgl. die unter 59 angewandte Lexell- sche*) Umformung), und auch hier ist das Inhaltsmaß gleich bei in- haltgleichen Polygonen, wovon man sich nur bei einem in zwei Drei- ecke transversal zerlegten Dreieck zu überzeugen braucht. Es ist näm- lich (s. Fig.) B/B διδ" D A = α + β + γ - 2 Rechte (α + β + δ΄ – 2 Rechte) + (α" + γ + δ" - 2 Rechte). 7 C Wären nun zwei rechtwinklige α + β΄ 1 Rechten = 1 Rechten, Dreiecke, OAB, OAC (s. die zweite Fig.) die nur in einer Kathete übereinstimmen, inhaltgleich, so wäre A 0 α β B α + α + γ also α + β + γ = 2 Rechten, gegen 59. Im Nicht-Euklidischen Fall mit uneigentlichen C Punkten leistet der stets positive Defekt der Winkel- summe an 2 Rechten denselben Dienst als Inhaltsmaß, wenn man keinen Anstoß daran nimmt, daß bei der fraglichen Transformation *) Lexell, Acta Petropolitana 1781 I. Vgl. auch Euler, Nova Acta Tom. X p. 47. Legendre, Géométrie, Note X. J. Steiner, Crelles Journal 2 (1827) р. 45 Werke I (Berlin 1881) p. 101. Lobatschefsky, Neue Anfangsgründe der Geo- metrie, deutsch von Engel (Leipzig 1898) § 68 p. 133. Gauß, Werke VIII p. 292.