§ 105. Geschütz mit selbstberichtigenden Richtgeräten. 225 Der sehr kleine Einfluß der geringen Seitenrichtungsunterschiede (von etwa 10° höchstens) zwischen dem Entfernungsmesser und dem Geschützrohr wird noch verringert, wenn man den Stab TU, mit ihm das Parallelogramm um einen konstanten Winkel nach oben um die Ent- fernungsmesserachse, die Stäbe P, Q um denselben Winkel um die Schild- N 0 1001 10 T 15 20 25 30 U H EM M Abb. 53. zapfenachse dreht, derart, daß bei mittleren Visierhöhen der Stab HN nahezu senkrecht steht. Der Höhenrichtkanonier bedient zugleich den Entfernungsmesser; dadurch, daß er das Rohr so einstellt, daß er das Ziel im Entfernungsmesser sieht, gibt er dem Rohr die richtige Höhen- richtung. Die Abgabe eines Schusses vollzieht sich also so. Es wird dauernd richtige Höhen- und Seitenrichtung genommen. Dann wird Zünder- stellung abgelesen, entsprechend (d. h. mit angemessener Vorgabe) ge- laden, Höhen- und Seitenrichtung für die geladene Zünderstellung ein- gestellt, und abgefeuert, wenn der Bildpunkt genau die Sprenglinie passiert, die der geladenen Zünderstellung entspricht. Die Korrekturen wirken so, wie es der Bewegung des Zieles im Moment des Abschusses entspricht; nach dem Abschuß erfolgende Bewegungsänderungen zu berücksichtigen, liegt nicht in unserer Macht. Wir können nur die Lösung der Aufgabe erstreben: den Schuß dorthin zu bringen, wo das Ziel ist, falls es seine Bewegung vom Zeitpunkt des Abschusses an bei- behält. Außerdem muß die Zeitspanne zwischen Abschuß und Geschoß- zerspringen durch hohe Geschwindigkeit v möglichst kurz gemacht werden. Dichte Schußfolge und großer Wirkungsbereich eines Schusses müssen hinzukommen. Vahlen, Ballistik. 15