224 Achtzehntes Kapitel. Zielen und Richten. § 105. Geschütz mit selbstberichtigenden Richtgeräten. Der Entfernungsmesser EM steht derart links seitlich des Geschütz- rohres, daß seine Längsachse zunächst in die Verlängerung der Schild- zapfenachse K des Rohres D fällt. Die Bewegungen des Rohres über- N P EM F Abb. 51. K D tragen sich in der Weise auf den Entfernungsmesser, daß, wenn der Entfernungsmesser richtige Höhen- und Seitenrichtung hat, dies auch mit dem Rohre der Fall ist. Dabei muß die Bewe- gung des Rohres der des Ent- fernungsmessers immer um das bestimmte Vorhaltemaß nach Seite und Höhe voraus sein. In bezug auf die Seiten drehung nimmt deshalb die Achse E des Geschützes die senkrechte Achse F des Entfernungsmessers erst mit, wenn der Arm R (bzw. bei Links- drehung der Arm R') gegen die Achse F stößt. Die beiden Arme werden aber durch den Schwungkugelregulator aus- einandergetrieben, der durch die Seiten- drehung des Geschützes betätigt wird. R' PO R Abb. 52. B Zur Einstellung des Vorhaltewinkels. in der Höhenrichtung ist der Stab TU vorgesehen, der senkrecht zur Achse des Entfernungsmessers steht und mit dessen Objektivteil so verbunden ist, daß der Stab TU stets in die Visierrichtung fällt. Der Schieber T, durch den der Stab gleitet, wird an dem Bogen LN, der wie in Abb. 46 konstruiert ist, bei der be- treffenden Zünderstellung (im Bilde bei 15 Sekunden) festgestellt. Das Stäbeparallelogramm HLNM nimmt also, wenn es bewegt wird, die Visierrichtung TU mit; dabei ist die Seite HM fest, nur LN beweglich. Die Bewegung des Parallelogramms wird nun durch die Höhenricht- bewegung des Rohres wie folgt veranlaßt. An der Wiegenkappe des Rohres sind die beiden Stäbe P, Q fest (Abb. 51, 53), parallel zur Schildzapfen- achse. Zwischen ihnen gleitet der Stab HN. Die Stäbe P, Q werden durch einen Keil vermittels eines Schwungkugelregulators entsprechend der Drehgeschwindigkeit des Rohres auseinandergedrückt. Bei sich hebendem (senkendem) Rohr, d. h. bei wachsender (abnehmender) schein- barer Zielhöhe wird der Stab N an dem Stab Q (P) anliegen, d. h. die Erhöhung entsprechend größer (kleiner) sein, als bei gleichbleibender scheinbarer Höhe des Zieles.