§ 103. Bewegte Ziele. 221 möglichst unmittelbar zu machen, werde die Vorhalteskala am Visier, statt nach Teilstrichen, gleich nach Fünftel-Sekunden geeicht, und zwar für das größte noch vorkommende t, z. B. für t = 24. Die Stelle 28 2400 der Skala, die Teilstrichen entspricht, sei also mit n bezeichnet. n Handelt es sich nun um einen Schuß von 12 Sekunden, so muß man die scheinbare Geschwindigkeit des Zieles an einer halb so starken Stelle des Stockes messen usw. Der Stock ist also so zu eichen, daß 24 Sekunden dort steht, wo er 13 mm stark ist, 12 Sekunden dort, wo er 6,5 mm stark ist, usw. (Von mir ein- geführt Frühjahr 1915.) Die Vorhalteskala UV werde nun im Nullpunkt O der Linie Visier-Korn und senkrecht zu dieser Linie in jeder Richtung aus- zieh- und feststellbar angebracht. An ihrem Ende V trage sie den Luftsatz, der durch ein Gewicht G immer senkrecht eingestellt sei (s. Abb. 49). Nachdem die Entfernung ermittelt, Brennlänge t sec befohlen ist, spielt sich das Schießen so ab: Fünftel-Sekunden abzählen, die das Ziel braucht, um hinter dem Stab an der Stelle t zu passieren (n); Kommando,,n": Einstellen der Skala UV in Abb. 49 mit n auf O und in Richtung der scheinbaren Zielbewegung, Richten, Schuß. 12 26 24 22 20 18 16 14 12 10 30 25 20 15 10 14 16 5 24 36 48 96 Dieses Verfahren ist zwar schon bedeutend kürzer, als wenn Höhen- und Seitengeschwindigkeit für sich gemessen werden müssen, Abb. 48. und jedenfalls für Behelfs-Luft-Abwehr-Geschütze ausreichend. Aber jedem Verfahren, bei dem das Zielen erst nach voraufgegangenem Messen des Vorhaltemaßes erfolgen kann, haftet der Nachteil an, daß das Meßergebnis im Moment des Abschusses nicht mehr zutreffend zu sein braucht. Man muß deshalb darauf ausgehen, daß das Vorhalten selbsttätig erfolgt, also in jedem Moment richtig ist. Dabei ist zu bedenken, daß das Vorhalten in bezug auf Zünderstellung nur möglich ist, wenn man ein dauerndes Zünderstellen am geladenen Geschoß vornehmen will. Das ist vorläufig in hinreichend einfacher und sicherer Weise nicht möglich. Wir können aber auch darauf verzichten. Denn auch bei nicht ganz zutreffender Zünderstellung wird doch, wenn nur das Vor- halten richtig ist, der Sprengpunkt in die Ziellinie fallen, was aus Gründen der Beobachtung, der Abwehr und Treffaussicht die Hauptsache ist. Außerdem kann man aber auch den Fehler aus der Zünderstellung dadurch Abb. 49.