§ 101. Höhenmesser für Luftziele. 217 Daß dazwischen infolge ungünstiger Streuung Schüsse nicht an BZ fallen und den normalen Verlauf des Einschießens verzögern, versteht sich, wie beim Schießen mit direkter Beobachtung, von selbst. Man hat dann wie beim ersten Schuß eine bloße Seitenkorrektur vorzunehmen. In Abb. 43 sind unter Zugrundelegung eines Abstandes FB = 2,5 cm die beiden Systeme von Kreisen verzeichnet. Diese Zeichnung kann man sich auf Pauspapier in solchem Maßstabe zeichnen, daß man das Paus- papierblatt mit F auf die Feuerstellung, mit B auf die Beobachtungs- stelle auf die Karte oder den Batterieplan auflegen kann. Praktischer ist es, wenn diese Zeichnung in hinreichend großem Maßstab auf Karton- papier gedruckt geliefert wird, noch mit zwei Teilkreisen um F und B, geteilt in Teilstriche, versehen. Jedes Ziel kann man dann leicht mit Hilfe dieser Teilkreise vom Batterieplan auf diesen Hilfsplan übertragen. Oder man überträgt das Netz der Planquadrate auf den Hilfsplan. Zum Zwecke des Schießens entnimmt man dem Hilfsplan lediglich die Zahl 0, 1, 2, ... des Gebietes, in dem das Ziel liegt, und die Zahl 10, 20, ... des Kreises, dem es zunächst liegt, mit einer geschätzten Berichtigung. Natürlich kann man beide Systeme von Kreisen verdichten, z. B. noch die Kreise für 5, 15, 25 usw. einfügen und muß man die Zeichnung auf den ganzen Feuerbereich der Batterie ausdehnen. Durch den Hilfsplan wird das Einschießen eine fast mechanische Sache, die jedem guten Beobachter anvertraut werden kann. Das Verfahren ist so einfach, als es in Hinblick auf die Aufgabe mög- lich ist. Denn die Korrektur jedes Schusses erfordert zwei Zahlen, die also dem Schuß zugeordnet sein müssen. Das verlangt notwendig eine doppelte Art Einteilung des Planes in Gebiete. Es hat für den Stellungs- und Festungskrieg Bedeutung. Vor dem Verfahren der Meßtrupps mit zwei (oder mehr) Beobachtungsstellen hat es den Vorzug größerer Schnellig- keit, Unmittelbarkeit und Einfachheit. Es ist schon in einem frühen Stadium verwendbar, während die Einrichtung der Meßtrupps erst spät erfolgen kann. § 101. Höhenmesser für Luftziele. Bei Luftzielen kommt zur Seitenrichtung und Entfernung noch die Höhe hinzu. Ist die Erhöhung der Visierlinie gegen die Wagerechte be- kannt, so ist die Höhe gleich der Entfernung mal dem sinus dieses Winkels. Auf Grund dieser Beziehung und zur Vermeidung jeder Rechnung und Tabelle habe ich im April 1915 für mehrere Flugzeugabwehrformationen einen Höhenmesser konstruiert. Er besteht aus einer rechteckigen Tafel von (z. B.) 50 x 30 cm, auf dem parallele,,Niveaulinien", bezeichnet mit 0, 100, 200, 3000, in Zentimeterabstand eingeritzt sind, und von