214 Achtzehntes Kapitel. Zielen und Richten. · 1 ZB₁ = B₁B₂ ctg B₁Z B₂. Die Entfernung Z B₁ ist also bekannt, wenn die,,Basis" B₁ B₂ und die „,Parallaxe“ *) B₁Z B₂ bekannt ist. Rückt man B, so nahe an B₁ heran, daß ein Beobachter sowohl direkt von B₁ aus, als indirekt durch Spiegelung von B₂ aus nach Z visieren kann, so hat man das Prinzip des Entfernungsmessers. Die Drehung, durch die man den Spiegel bei B₂ einstellt, überträgt sich auf eine Skala, an der gleich die Entfernungen abgelesen werden. 2 Der Schall kann zur Entfernungsbestimmung feuernder Geschütze dienen: die Sekundenzahl zwischen Blitz und Knall eines feuernden Ge- schützes gibt die Entfernung in Kilometerdritteln. Mit der Ziellinie des Blitzes zusammen gibt das eine ganze Ortsbestimmung. Sieht man den Blitz nicht, so gibt die Sekundenzahl zwischen dem Eintreffen des Knalles in B₁ und in B₂ den Unterschied der Entfernungen B₁Z und B₂Z in Kilometerdritteln; also einen Hyperbelast mit den Brennpunkten B₁ und B₂ als geometrischen Ort für Z. Zwei solcher, also mindestens drei Beobachtungsstellen B1, B2, B3 bestimmen Z (Verfahren der Schall- meẞtrupps). Das sind Verfahren für den Stellungskrieg. Im Bewegungskrieg ist man hauptsächlich auf Beobachtung von der Batterie F aus angewiesen; man hat also nur eine Beobachtung: die Ziellinie. Der zugehörige Ent- fernungsmesser ist der Schuß: durch Schüsse vor und hinter dem Ziel wird die Entfernung in Grenzen eingeschlossen, es wird eine „, Gabel" gebildet. Aber nur solche Schüsse sind im allgemeinen zum Ziel in Be- ziehung zu bringen, die in oder nahe der Ziellinie liegen, die also entweder mit ihrer Rauchwolke das Ziel verdecken, oder auf deren Rauchwolke sich das Ziel abhebt. Das nennt man Schießen mit direkter Beobachtung. § 100. Hilfsplan für Schießen mit indirekter Beobachtung. Wenn sich dagegen der Schießende auf einer weit von der Feuer- stellung F der Batterie entfernten Beobachtung B befindet, so besteht eine Schwierigkeit beim Schießen darin, zu den von B aus beobachteten Seitenabweichungen des Schusses S vom Ziel Z die für die Batterie zu kommandierenden Seiten- und Entfernungsänderungen schnell und genau genug zu finden. Wie der erste Schuß abzugeben ist, ergibt sich mit Winkelmesser und Maßstab aus der Karte bzw. dem Batterieplan. Be- treffs der Lage des Schusses S zum Ziel Z wird der Schießende im all- gemeinen nur die beobachtete Seitenabweichung angeben, über die Entfernung erst dann etwas aussagen können, wenn der Schuß S nahe *) So bezeichnet der Astronom jede Richtungsänderung einer Sehlinie, die von einer Änderung des Standortes herrührt.