186 Sechzehntes Kapitel. Ballistische Wahrscheinlichkeitsrechnung. Hat man keine Beobachtung, so empfiehlt Vallier die empirische Formel B 1 2 - 1' die aber für sehr milde Pulver versagt. τ Dem Verfahren liegt die Annahme zugrunde, daß zwischen den normierten Variablen ö und eine nur von einem Parameter (ß) abhängige Beziehung besteht. Die empirischen Tabellen von Heydenreich bestä- tigen die annähernde Richtigkeit derselben. Die Beziehung (60) kann nur als eine angenäherte Darstellung dieser Beziehung gelten. Das- selbe gilt von der v. Zedlitzschen Annahme einer Beziehung der Form 1 ย =a+bs―n, die sich aber den Heydenreichschen Tabellen besser an- schmiegt *). Die Tabellen selbst sind das Wesentlichste, Annäherung durch irgendwelche Formeln ist von untergeordneter Bedeutung. Für den Exponenten n gibt v. Zedlitz die empirische Formel: 5 100,0767-2 Γ PS münd. 3 E Kal. 6 G 3 * kg cm2 Smünd. in mm, P✩ in E in Metertonnen pro kg. Kal. in cm, § 86. Temperaturen und Rohrbeanspruchungen. cm,). Über die beim Schuß erzeugten Erhitzungen und Beanspruchungen des Rohres ist bisher wenig Sicheres bekannt. Die Temperaturen der Pulvergase ergeben sich aus Druck und Volumen angenähert nach der Vanderwaalsschen Gleichung**). Die Beanspruchung eines Rohrteiles nimmt mit seinem Abstand K Halbkaliber von der Seelenachse ab, wie 1+2 K2 wächst. Die äußeren Schichten, etwa von K = 1,5 ab, werden deshalb zu wenig ausgenutzt. Darum geht man, wenn es auf hohe Drucke ankommt, zu Manţelrohren über: jeder Mantel, heiß auf den nächstinneren aufgezogen, steht nach Erkalten unter einer Temperatur- spannung. Die Mäntel sind so zu dimensionieren, daß sie möglichst gleichmäßig beansprucht werden ***). Bei milden Pulvern kann, gegen- über scharfen, die Beanspruchung fast auf die Hälfte sinken, während, wenigstens in langen Rohren, dieselbe Mündungsgeschwindigkeit erzielt werden kann. *) Artilleristische Monatshefte 1910 S. 157. **) S. z. B. Enzyklopädie der math. Wissenschaften V, 1, S. 669. ***) Kaiser, Geschützrohre. Wien 1892.