50 Die Relativitätstheorie in der modernen Physik. können, so sei der Satz von der realen Unmöglichkeit solcher Be- wegungen empirisch widerlegt. Demgegenüber ist zu bemerken, daß mit dem Begriff der Approximation großer Mißbrauch getrieben wird, und daß man zwischen praktischer und prinzipieller Approximation einen Unterschied machen sollte. Praktisch können zwar die genannten Bewegungen als gleichförmig und geradlinig gelten, aber in Wirk- lichkeit bestehen sie aus endlich kleinen Perioden, von denen jede eine ungleichförmige Bewegung darstellt. Auch ließe sich berechnen, bis zu welcher äußersten Grenze diese endlich kleinen Perioden verkürzt werden können. Man hat es also mit bloßen Nachahmungen einer gleichförmigen Translation, um nicht zu sagen, mit bloßen Mimikribewegungen zu tun. Sie bestehen aus einer mehr oder minder eng zusammengedrängten Mosaik un- gleichförmiger Bewegungen, die den Schein einer gleichförmigen Translation erzeugen, während doch die Gleichförmigkeit in keinem ihrer Teile wirklich zu finden ist. Eine prinzipielle Annäherung an die Gleichförmigkeit wäre nur denkbar, wenn jemand auf irgend- eine Weise garantieren könnte, daß eine gleichförmig geradlinige Bewegung wenigstens für eine äußerst kurze (aber endliche) Zeit exakt verwirklicht werden kann. Falls es also nicht möglich ist, eine vollkommene Gleichförmigkeit zu produzieren, die während einer ganzen Sekunde andauert, eine solche doch für 10-1 oder wenigstens für 10-2 oder sei es auch nur für 10-3 usw. Sekunden erlangt werden könnte. Dies ist aber eine logische Unmöglichkeit, weil durch das reale Bestehen einer gleichförmigen Translation der Unterschied von Raum und Zeit vernichtet wäre. Daß dies nicht erkannt wurde, hat zu den verhängnisvollsten Folgen in der modernen Relativitätstheorie geführt, wie dies im nächsten Abschnitt gezeigt werden soll. - 3. Die Relativitätstheorie stellt für die Mechanik das folgende Prinzip auf: Die mechanischen Vorgänge, insbesondere die ma- teriellen Bewegungen, die innerhalb eines materiellen Systems stattfinden, bleiben völlig unberührt davon, ob dies System als Ganzes betrachtet ruht oder in einer beliebigen gleichförmig- geradlinigen Bewegung begriffen ist. Mit anderen Worten: die gleichförmige Translation eines materiellen Systems übt auf die inneren mechanischen Vorgänge desselben nicht die geringste Wirkung aus. Für uns ist dies Prinzip - wie es kaum gesagt zu werden braucht durchaus bedeutungsleer. Da nämlich die gleichförmige Translation eines materiellen Systems (im drei- dimensionalen Raume) nach unserer Auffassung eine Unmöglich- keit ist, so darf auch von dem Einfluß, den eine solche nicht existie-