Die Relativitätstheorie in der modernen Physik. 45 dient, die disparate Natur von Zeit und Raum auszudrücken. Wir dürfen demnach den obigen Gleichungen die Form geben ix=yt ct, u = oder durch weitere Umgestaltung x = u = c t. Ersetzt man auch noch ――― X 7 durch 8, dann ist endlich: = - iyt -- = ist ct. u Das ist aber ein höchst seltsames Resultat, denn man sieht, daß hier die Bahngleichung die Form einer Tempogleichung annimmt, wohingegen die Tempogleichung in Gestalt einer Bahngleichung erscheint. Die Raumachse (x) ist mit der Zeitachse (u) verwechsel- bar geworden, was aber im Sinne des oben ausgeführten Axioms der Asymmetrie niemals zugegeben werden darf! Daraus folgt offenbar, daß die Bahngleichung und Tempogleichung eines materiellen Punktes nicht beide einen linearen Charakter haben dürfen. Da aber die Tempogleichung (im Sinne des Axioms der Gleichförmig- keit) immer einen linearen Charakter haben muß, so folgt, daß die Bahngleichung eines materiellen Punktes niemals einen line- aren Charakter haben darf. Wir erhalten so den ersten Fundamen- talsatz der Mechanik, wonach die gleichförmig-geradlinige Bewegung eines materiellen Punktes im dreidimen- sionalen Raume eine Sache der Unmöglichkeit ist und als eine rein geometrisch-phonoromische Fiktion be- trachtet werden muß; denn könnte sie zur Realität im drei- dimensionalen Raume werden, dann wäre es um die Unterscheid- barkeit von Raum und Zeit geschehen: wir dürften dann die Raumrichtung x, in welcher die gleichförmig-geradlinige Bewegung stattfindet, als einer Zeitachse entsprechend betrachten, wohin- gegen die in die vierte Dimension fallende Zeitachse u eine Raum- richtung unseres dreidimensionalen Raumes repräsentieren müßte. Wir erkennen somit, wie wichtig die Einführung der Tempo- gleichung ist, denn ihr notwendig linearer Charakter macht uns darauf aufmerksam, daß wir einem materiellen Punkte im drei- dimensionalen Raume niemals eine reale gleichförmig-geradlinige Bewegung zuschreiben dürfen. Hieraus folgt auch unmittelbar der Satz, daß die Bewegung eines materiellen Punktes im dreidimensionalen Raume notwendig eine ungleich- förmige ist. Dasselbe gilt für ein System von materiellen Punkten oder Körpern. Es ist eine Unmöglichkeit, daß ein Körper oder ein System von Körpern S eine gleichförmig-geradlinige Bewegung