Ruhe und Bewegung im fließenden Raume. 31 der materielle Punkt in den Intervallen von to, t₁, tą... die gleichen Strecken zwischen Ao, Bo, Co... zurücklegen würde, sich also in gleichmäßiger Bewegung befände, so muß er im Verlaufe des ersten Zeitintervalles statt in B。 in B₁, nach dem zweiten Zeit- intervall statt in Co in C₂ erscheinen und so fort. Er durchquert die Räume längs der Diagonale (A,B,C,D). In der wirklichen Wahrnehmung aber ist diese Diagonale durch ihre Projektion auf der angenommenen Raumgeraden er- setzt. Was wir also in dem stehend gedachten Raume als den durch den materiellen Punkt zurückgelegten Weg betrachten, ist nur der scheinbare Weg, den der Punkt beschreibt; der wirkliche Weg aber ergibt sich durch Konstruktion des rechtwinkligen Parallelogramms aus dem scheinbaren Wege und aus der ver- flossenen Zeit. Die Diagonale dieses Parallelogramms stellt dann den wirklichen Weg des Punktes dar. Man kann den scheinbaren Weg auch als die objektive Komponente, die verflossene Zeit als die subjektive Komponente des wirklichen Weges bezeichnen. Hier zeigt sich also, daß das Gesetz des Parallelogramms, welches in der Dynamik eine so grundlegende Rolle spielt, nicht erst bei der Zusammensetzung von zwei oder mehreren Bewegungen, sondern schon bei der Betrachtung einer einfachsten gleichförmigen Bewegung in Anwendung kommt. Dies mußte sich daraus er- geben, daß wir schon die Ruhe als eine gleichförmige Bewegung, und zwar als eine Bewegung in der subjektiven Dimension der Zeit auffaßten. Wir setzten also diese subjektive Komponente mit der objektiven Komponente, die durch den scheinbaren Weg gegeben ist, durch das Parallelogramm zusammen und erhielten so den wirklichen Weg, den der Punkt im fließenden Raume zurücklegt. Dieser wirkliche Weg bildet mit dem Zeitstrahl einen Winkel ❤, den ich den Zeitwinkel der gleichförmigen Bewegung nenne. Je größer dieser Zeitwinkel ist, mit desto größerer Geschwindigkeit bewegt sich der Punkt. Man mißt die Geschwindigkeit eines Punktes durch den Quotienten aus dem scheinbaren Weg und aus S der verflossenen Zeit c = $11 Dieser Quotient ist aber in unserer Darstellung die Tangente des Zeitwinkels: c = tango, welche Formel zeigt, auf welche Weise das Wachsen des Zeitwinkels mit dem Wachsen der Geschwindigkeit verbunden ist. Ich werde die Richtung des wirklichen Weges als die Zeit- achse der Bewegung bezeichnen, dann wird die Richtung des Zeitstrahls durch einen ruhenden Punkt die allgemeine Zeit- achse genannt werden dürfen. Wenn sich also ein Punkt bewegt, dann bildet seine spezifische Zeitachse mit der allgemeinen Zeit- achse einen Winkel, durch dessen Tangente die Geschwindigkeit des Punktes gemessen wird. Diese Ausdrucksweise ist dazu ge-