30 Neue Theorie des Raumes und der Zeit. ein Raumstrahl angenommen, dessen einzelne gleich weit ent- fernte Punkte ich mit Ao, Bo, Co, Do usw. bezeichne. Schreite ich zu den Räumen R1, R2, R3 fort, die den Zeit- punkten t₁, ta, ta usw. entsprechen, und durch welche Zeiträume von gleicher Dauer bezeichnet sein sollen, so erhalte ich die Zeit- projektionen eines jeden der angenommenen Punkte, und zwar sind die Zeitprojektionen von A, der Zeitfolge nach A1, A2, Ag usw., die von B, aber B1, B2, B3 und so fort. Es ergeben sich dem- nach für die angenommene Gerade (A,B,C,D,) in jedem der fol- genden Räume Zeitprojektionen wie (А₁B₁С₁D₁), (AB¿C¿D½) usw. Die Zeitprojektionen einer Geraden müssen also ebenfalls als Ge- rade, und zwar als ein paralleles System von Geraden dargestellt werden, weil die Zeitdauer t₁-to für alle Raumpunkte dieselbe Áo Bo Co fo Po to t,- ti t3 168 3 B · A B В 3 C :D, D₁₂ 2 D₁ ·R. -R, -R₂ -Rus Fig. 2 Größe bedeutet. Wir sind nämlich gezwungen, die Zeit in jedem Punkte des Raumes als gleichförmig fließend und ihre Geschwindig- keit für alle Raumpunkte als dieselbe zu betrachten. Das liegt in der Natur unseres Bewußtseins begründet, und wir pflegen über- haupt von einer Geschwindigkeit der Zeit gar nicht zu sprechen, weil wir eben die Zeitgeschwindigkeit in jedem ihrer Punkte und an allen Punkten des Raumes als eine und dieselbe auffassen. Es verhält sich hiermit ebenso wie mit dem Richtungsbegriffe der Zeit, den wir allemal übergehen, weil wir die Zeit in allen ihren Teilen und an allen Punkten des Raumes als mit derselben Rich- tung behaftet denken müssen. Verlege ich nunmehr in den Punkt A, eine sinnliche Erschei- nung oder, wenn es beliebt, einen materiellen Punkt, so wird er, falls derselbe als ruhend angenommen wird, im Verlaufe der Zeit in A1, A2, Ag... erscheinen, er wird sich in dem als fließend vor- gestellten Raume fortbewegen. Die Ruhe erscheint also im fließen- den Raume als eine gleichförmige Bewegung längs des Zeitstrahles. Bewegt sich aber der materielle Punkt längs der angenommenen Raumgeraden, so gerät er mit dieser selbst im Verlaufe der Zeit in die folgenden Räume R1, R2, R3... usw. Nehmen wir an, daß