Die Dreizahl der Raumdimensionen. 23 werden wir also die Definition der Empfindung als eines Bewußt- seins in einer Dimension aufrechterhalten können. Die logische Denkfunktion, die diesem Bewußtsein in einer Dimension entspricht, ist jene Art des Urteils, die ich oben als einfaches Identifikationsurteil bezeichnete, und vermittels dessen wir einen sinnlichen Punkt mit sich selbst identifizieren. Ein Wesen von bloß eindimensionalem Bewußtsein könnte - wenn es überhaupt es zu einem Bewußtsein brächte bloß ein ein- ziges Identifikationsurteil fällen. Es könnte, wenn es sprach- begabt wäre, bloß einen einzigen Satz bilden, der den ganzen In- halt seines Bewußtseins erschöpfen würde. Dieser Satz aber könnte nichts anderes als die Identifikation eines sinnlichen Punktes A mit sich selbst enthalten. Mit der Formel A= A, die der Ausdruck des einfachen Identifikationsurteils ist, wäre das eindimensionale Bewußtsein in logischer Hinsicht völlig charakterisiert. Nun ist aber das eindimensionale Bewußtsein nur als Grenze unseres mehrdimensionalen aufzufassen. Wir werden also zu dem Satz gelangen, daß es unmöglich ist, ein einfaches Identi- fikationsurteil für sich selbst zu fällen. Wir vermögen nicht einen sinnlichen Punkt mit sich selbst zu identifizieren, ohne daß wir noch ein zweites, von dem vorigen verschiedenes Identifi- kationsurteil B B fällen; denn es ist nicht möglich, ein A als dieses zu erkennen, wenn wir es nicht von einem B unterscheiden. Nun erwächst uns die bedeutsame Frage, ob zwei verschiedene Identifikationsurteile genügen würden, um ein Wesen denkfähig zu machen, d. h. ihm den Besitz eines Bewußtseins zu sichern? Diese Frage drängt uns zu der Untersuchung eines zweidimensio- nalen Bewußtseins. - 17. Das Bewußtsein in zwei Dimensionen. Eine räumliche Mannigfaltigkeit von zwei Dimensionen stellen wir gewöhnlich durch die Gesamtheit der Punkte einer Ebene dar. Wir vermögen nämlich unser Auge einer Kante der Ebene gegen- über so einzustellen, daß diese Kante die ganze Ebene verdeckt. Die Ebene reduziert sich in diesem Anblick auf eine einzige Ge- rade K, also auf eine Punktmannigfaltigkeit von bloß einer Di- mension, und wir sagen wohl auch, daß in diesem Anblick eine Dimension der Ebene verlorengegangen sei. Es gilt nun diesen Ausdruck zu rechtfertigen, d. h. nachzuweisen, daß in jenem An- blick wirklich eine und nur eine Dimension der Ebene in Verlust geraten sei, denn erst durch einen solchen Nachweis wird die Ebene für eine Punktmannigfaltigkeit von zwei Dimensionen er- klärt werden können. Zu diesem Zwecke richten wir unser Augenmerk auf die Gesamtheit von Normalen zur Kante K, die in der angenommenen