Die Dreizahl der Raumdimensionen. 21 Die Verdeckung aller Punkte des Zeitstrahls durch einen Punkt sowie die Verdeckung aller Punkte des Raumstrahls durch einen Punkt, ist im Grunde ein und dasselbe psychische Phäno- men. Nur ist diese Verdeckung einmal eine innerliche, subjektive; das andere Mal eine äußerliche, objektive. Indem wir also die Verdeckung im Zeitstrahl veräußerlichen, wird er zum Raum- strahl; die Zeitdimension wird zur Raumdimension. Umgekehrt, erhalten wir durch die Verinnerlichung (Subjektivierung) der Raumdimension die Zeitdimension. Allerdings besteht zwischen dem Zeitstrahl und dem Raum- strahl der bedeutsame Unterschied, daß, während die Punkte des ersteren sich in der wirklichen Wahrnehmung notwendig ver- decken, die der letzteren nicht notwendig zur Deckung gebracht werden müssen. Wir können ja einen Raumstrahl so anschauen, daß er sich unserem Blicke seiner Länge nach entfaltet, daß also seine Punkte nicht zur Verdeckung gelangen. Aber dies ist es eben, was uns die Veranlassung gibt, von einer Mehrheit der Raumdimensionen zu sprechen. Indem wir unseren Blick in einer bestimmten Richtung fixieren, werden die Punkte dieser Fixier- linie sich in der Anschauung verdecken, während die übrigen Ge- raden des Raumes auch ihre Länge vor uns entfalten. Jede Ge- rade kann zur Fixierlinie dienen, jede kann demnach als Reprä- sentantin einer Dimension betrachtet werden; da sich aber noch eine Mannigfaltigkeit von unendlich vielen Raumstrahlen der An- schauung darbietet, so werden wir zu dem Begriff einer Mehrheit von Dimensionen hingeleitet. Um diesen Begriff klar zu ent- wickeln, ist es jedoch nötig, den Begriff einer Raumdimension einer näheren Betrachtung zu unterwerfen. 16. Das Bewußtsein in einer Dimension. Nehmen wir an, daß unser Bewußtsein auf das Wahrnehmen bloß einer einzigen Raumdimension beschränkt wäre, oder besser - um der Phantasie zu Hilfe zu kommen, konstruieren wir den Begriff eines Wesens, das in seiner sinnlichen Wahrnehmung bloß über eine einzige Raumdimension verfügt, ein Wesen also, dem bloß ein einziger Raumstrahl, der ihm zur Fixierlinie dient, zu Gebote steht. Für ein solches Wesen müssen alle Punkte dieser Fixierlinie durch einen einzigen Punkt derselben verdeckt werden, es wird die ganze Länge des Strahls bloß als einen Punkt auf- fassen müssen. Denken wir uns den Strahl leuchtend, so gewinnt jenes Wesen von dem leuchtenden Strahl bloß den Eindruck eines leuchtenden Punktes; überhaupt fließt ihm alles Empfinden in eine Punktempfindung, alle Erscheinung in eine Punkterscheinung zusammen. Seine ganze Welt ist ein Punkt. Da es ein solches