Art. 52. 161 h CDXQ folgen die stattfindenden CDPQ, so daß die Ordnungs- beziehungen einander nicht widersprechen. Ein solcher Punkt X hat die folgenden Eigenschaften. Erstens ist er von C getrennt durch AD; denn aus den Reihenfolgen CD QA, CDXQ folgt (15) CDXA, also CX, DA getrennt. Zweitens ist er von jedem Punkte P₁ und jedem Punkte Q verschieden, da sonst nicht XD, PC getrennte und XD, QC nicht getrennte Paare wären. Wäre nun X ein sich nicht selbst entsprechender Punkt, so würde er entweder zur Klasse Pr oder zur Klasse Q gehören. Demnach ist X ein sich selbst entspre- chender Punkt. Drittens existiert kein sich selbst entsprechender Punkt R getrennt von C durch XD, da sonst X zur Klasse Q ge- hören würde. k Genau ebenso (indem man A mit B vertauscht) weist man die Existenz eines sich selbst entsprechenden Punktes Y nach, getrennt von C durch YD, für den kein sich selbst entsprechender Punkt R ge- trennt von C durch XD, existiert. Nun sind CD, XY getrennte Paare; denn aus den Reihenfolgen BCAD, BCDY folgt (15) CADY oder CD, AY getrennt, und aus CX, DA getrennt folgt CD, AX nicht getrennt, also schließlich CD, XY getrennt. Jeder Punkt R, getrennt von C durch XY, ist also von D nicht getrennt durch XY, also findet entweder die Reihen- folge XRDY oder XDRY statt. Im ersten Fall folgt aus XD, RY getrennt und XD, CY nicht getrennt, daß XD, RC getrennt sind; also ist R kein sich selbst entsprechender Punkt. Im zweiten Fall folgt aus XR, DY getrennt und XC, DY nicht getrennt, daß CR, DY nicht getrennt sind; also ist wiederum R kein sich selbst entspre- chender Punkt. Also gäbe es keinen sich selbst entsprechenden Punkt getrennt von C durch XY; andrerseits ist aber der vierte harmonische von C in bezug auf XY nach 12 ein solcher, so daß die Annahme, es gäbe einen sich nicht selbst entsprechenden Punkt D, unrichtig sein muß.**) *) Der v. Staudtsche Beweis des Fundamentalsatzes (Geometrie der Lage, Nürnberg 1847, p. 50) ist unvollständig, nicht wie Klein (Math. Ann. 6 (1873) p. 112) meint, weil das Parallelenaxiom dabei vorausgesetzt wird --- denn solange nicht metrische Axiome hinzukommen, ist das Parallelenaxiom gleich- bedeutend der bloßen Bezeichnung einer bestimmten Ebene, ihrer Punkte und Geraden als ,,uneigentlich" (s. affine Geometrie) sondern weil v. Staudt nur beweist: Die tautologen (sich selbst entsprechenden) Punkte einer Projektivität mit drei tautologen Punkten liegen dicht. Der Mangel wurde beseitigt von Lüroth und Zeuthen (Math. Ann. 7, 1873, p. 535), welche auf Grund der (Dede- kindschen) Stetigkeit als Hilfssatz beweisen, daß die Menge der tautologen Punkte relativ dicht liegt. Der einfachere Weg (45), diesen Hilfssatz, der nichts Vahlen, Abstrakte Geometrie. 11 9